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Bauprojekt «Aktuelles»

Photovoltaik-Anlage
Bei unserem Besuch Ende Oktober 2021 begutachteten wir die 50.0 kWp Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) vom Baugerüst aus. Mit dabei war Marcel Bloom (Geschäftsführer Firma beosolar Spiez), der uns die Anlage präsentiert hat: «Bei der PV-Anlage von 3S SolarPlus aus Thun handelt es sich um ein Indach-System, was bedeutet, dass die Module wasserführend sind und die Ziegel ersetzen. Dank den leicht adaptierbaren Blindmodulen, die keinen Strom produzieren, sich aber optisch den Solarmodulen angleichen, konnte das Dach ohne grossen Aufwand vollflächig gedeckt werden. Dadurch integriert sich diese PV-Anlage auch optisch in das Gesamtbild des Gebäudes und ist für das Ortsbild verträglicher.»

Zukünftig Solarstrom für die Nachbarschaft?
Die Solarmodule ohne Blindmodule bilden eine Fläche von 266 m2 und weisen eine Gesamtleistung von 48.61 kW aus. Dies entspricht 46'800 kWh pro Jahr. Rein rechnerisch etwa doppelt so viel, wie die Liegenschaft verbrauchen wird. Die Bauherren sind - im Rahmen des Zusammenschlusses zum Eigengebrauch - mit der Nachbarschaft im Gespräch, um diese bei Interesse ebenfalls mit Solarstrom zu versorgen.


Fabian Pauli hofft auf eine Liberalisierung des Strommarktes, so dass er den eigens erzeugten Strom zukünftig beispielsweise seiner Firma oder seinen Eltern verkaufen könnte. Längerfristig zieht er ausserdem die Anschaffung eines Strom-Speichers, zum Beispiel ein Salzwasserspeicher, in Betracht, um den Solarstrom noch besser zu nutzen.

Überdurchschnittlich hoher Schutz vor Hagel
Den Solarmodulen wird die Hagelklasse 4 zugesprochen. D.h.: Sie würden erst zerschlagen, wenn Hagelkörner mit einem Durchmesser von rund 4 cm mit einer Geschwindigkeit von ca. 100km/h in einem Winkel von 90° aufprallen. Herkömmliche Ziegel entsprechen der Hagelklasse 3 oder 4 und bergen in diesem Zusammenhang eher ein höheres Risiko.


Gereinigt wird die Fläche durch Regen- und Schneefälle. Eine minimal wahrnehmbare optische Verschmutzung, beispielsweise durch Sahara-Staub, hat keinen Einfluss auf die Leistung, da die UV-Strahlung absorbiert wird und nicht die direkte Sonneneinstrahlung. Sogar bei bedecktem Himmel und diffusem Tageslicht wird rund 80% des Strombedarfs durch die Solaranlage abgedeckt.

 

Nachhaltigkeit gewährleistet?
Vor Ort wird auch die Frage betreffend Nachhaltigkeit der PV-Anlage aufgeworfen. Laut dem Solarexperten Marcel Bloom sind rund 95% der Modulbestandteile recycelbar. Die Module bestehen aus den wertvollen Rohstoffen Silizium, Glas, Aluminium, Kupfer und Silber und werden von den Recyclingstellen dankend übernommen. Auch bei der Anschaffung von Solarmodulen wird keine vorgezogene Entsorgungsgebühr gefordert, wie beispielsweise beim Kauf eines Kühlschranks. Die Materialien können für eine Weiterverwertung leicht voneinander getrennt werden: Die Module werden gebrochen und das Material wird gesiebt.

 

Luft-Wasser-Wärmepumpe
In Sachen Heizung hat sich die Bauherrschaft für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entschieden. Yannick Joch von der Bacher AG in Thun erklärte uns die Funktionsweise dieses Systems in einfachen Worten: «Die Pumpe zieht mit einem Propeller Aussenluft an und entzieht der Luft Wärme. Rund 5° C kälter wird die Luft durch einen Schacht wieder ausgestossen. Durch Verdichtung wird die gewonnene Wärme dann um ein Vielfaches erhöht und an den Pufferspeicher und an den Boiler übertragen. Verteilt wird die Wärme über eine Bodenheizung. Die Steuerung orientiert sich an der Aussentemperatur: Je kälter es wird, desto wärmer wird das Wasser durch das Haus gepumpt. Weil die Luft-Wasser-Wärmepumpe durch die Photovoltaik-Anlage gespiesen wird, wird das Wasser unüblicherweise tagsüber erwärmt.»


Das Heizsystem ist besonders effizient bei warmen Aussentemperaturen. Ist die Umgebungsluft sehr kalt, kann ihr weniger Wärme entzogen werden. Also steigt der Aufwand des Systems. Gleichzeitig sind die Sonnenstunden in den Wintertagen kürzer und mit der PV-Anlage wird weniger Strom produziert. Im Winter wäre ein Solarstrom-Speichersystem also besonders nützlich. Fabian Pauli ist trotzdem optimistisch: Während die PV-Anlage rund 50 kW produziert, verbraucht die Luft-Wasser-Wärmepumpe 5 bis 6 kW. Die Leistung müsste also auch bei garstigem Wetter ausreichen. Weil die Energieproduktion, der Wärmebedarf und der Stromverbrauch bisher erst theoretisch ermittelt wurden, ist die Bauherrschaft gespannt, wie sich die Praxis darstellen wird.
 

Sind Hightech und Lowtech kombinierbar?
Die PV-Anlage und die Luft-Wasser-Wärmepumpe stellen laut Fabian Pauli die Hightech-Elemente des Bauprojekts dar. Stromproduktion und -verbrauch können via APP beobachtet und gesteuert werden. Bei der PV-Anlage können Prioritäten festgelegt werden: Bspw. wird die Heizung prioritär mit Strom versorgt, dann der Boiler, danach die allgemeine Nutzung und am Schluss noch das Elektroauto (wenn denn eines vorhanden wäre).


Die Bauherrschaft hat sich jedoch auch bewusst für energetische Lowtech-Ansätze entschieden. Beispielsweise werden in der qualitativ hochwertigen Aussenhülle aus Vollholz kaum Steckdosen angebracht. Grundsätzlich werden die Stromleitungen und die daraus resultierenden elektromagnetischen Felder möglichst geringgehalten. Als Konsequenz wird die Bauherrschaft die Storen von Hand kurbeln. In Bezug auf die Fussbodenheizung wurde auf individuelle Raumthermostate in den Zimmern verzichtet. Die Steuerung kann pro Wohnung einzig über die Heizverteilung geregelt werden. Mit diesen Massnahmen wird beim Stromverbrauch sowie bei den Installationskosten gespart und die Anfälligkeit für Defekte gemindert.

Luft-Wasser-Wärmepumpe
In Sachen Heizung hat sich die Bauherrschaft für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entschieden. Yannick Joch von der Bacher AG in Thun erklärte uns die Funktionsweise dieses Systems in einfachen Worten: «Die Pumpe zieht mit einem Propeller Aussenluft an und entzieht der Luft Wärme. Rund 5° C kälter wird die Luft durch einen Schacht wieder ausgestossen. Durch Verdichtung wird die gewonnene Wärme dann um ein Vielfaches erhöht und an den Pufferspeicher und an den Boiler übertragen. Verteilt wird die Wärme über eine Bodenheizung. Die Steuerung orientiert sich an der Aussentemperatur: Je kälter es wird, desto wärmer wird das Wasser durch das Haus gepumpt. Weil die Luft-Wasser-Wärmepumpe durch die Photovoltaik-Anlage gespiesen wird, wird das Wasser unüblicherweise tagsüber erwärmt.»


Das Heizsystem ist besonders effizient bei warmen Aussentemperaturen. Ist die Umgebungsluft sehr kalt, kann ihr weniger Wärme entzogen werden. Also steigt der Aufwand des Systems. Gleichzeitig sind die Sonnenstunden in den Wintertagen kürzer und mit der PV-Anlage wird weniger Strom produziert. Im Winter wäre ein Solarstrom-Speichersystem also besonders nützlich. Fabian Pauli ist trotzdem optimistisch: Während die PV-Anlage rund 50 kW produziert, verbraucht die Luft-Wasser-Wärmepumpe 5 bis 6 kW. Die Leistung müsste also auch bei garstigem Wetter ausreichen. Weil die Energieproduktion, der Wärmebedarf und der Stromverbrauch bisher erst theoretisch ermittelt wurden, ist die Bauherrschaft gespannt, wie sich die Praxis darstellen wird.
 

Sind Hightech und Lowtech kombinierbar?
Die PV-Anlage und die Luft-Wasser-Wärmepumpe stellen laut Fabian Pauli die Hightech-Elemente des Bauprojekts dar. Stromproduktion und -verbrauch können via APP beobachtet und gesteuert werden. Bei der PV-Anlage können Prioritäten festgelegt werden: Bspw. wird die Heizung prioritär mit Strom versorgt, dann der Boiler, danach die allgemeine Nutzung und am Schluss noch das Elektroauto (wenn denn eines vorhanden wäre).


Die Bauherrschaft hat sich jedoch auch bewusst für energetische Lowtech-Ansätze entschieden. Beispielsweise werden in der qualitativ hochwertigen Aussenhülle aus Vollholz kaum Steckdosen angebracht. Grundsätzlich werden die Stromleitungen und die daraus resultierenden elektromagnetischen Felder möglichst geringgehalten. Als Konsequenz wird die Bauherrschaft die Storen von Hand kurbeln. In Bezug auf die Fussbodenheizung wurde auf individuelle Raumthermostate in den Zimmern verzichtet. Die Steuerung kann pro Wohnung einzig über die Heizverteilung geregelt werden. Mit diesen Massnahmen wird beim Stromverbrauch sowie bei den Installationskosten gespart und die Anfälligkeit für Defekte gemindert.

Sämtliche im Werk vorbereitete Elemente wurden Mitte Juli 2021 von der Küng Holzbau AG über den Brünigpass nach Amsoldingen transportiert. Insgesamt handelt es sich um 230m3 Holz. Die einzelnen Vollholzelemente wiegen bis zu zwei Tonnen und der Dachfirst hat eine Länge von 17 Meter. Die schweren Vollholz-Elemente bringen logistische Herausforderungen mit sich, oft befindet sich das Transportgewicht an der maximalen Grenze.

Unschlagbar kurze Rohbauzeit
Das spezielle am Bauprojekt der Familien Pauli und Lüthi ist, dass die Geschossdecken jeweils direkt auf die innere Schale der Aussenwand abgestützt sind, das heisst: Holz trägt Beton. Somit mussten zuerst die Innenschalen gestellt werden, um danach betonieren zu können. Erst zum Schluss wurde die fertige äussere Schale aufgerichtet.

Die Aufrichtung der Gebäudehülle des Mehrfamilienhauses dauerte schlussendlich rund drei Wochen. Wir konnten in der zweiten Julihälfte vor Ort einen Augenschein nehmen, als gerade die Dachelemente versetzt wurden.

Fabian Pauli steht anlässlich unseres Besuchs zum ersten Mal unter dem Dach seines Projekts. Die effektive Grösse des Obergeschosses und die sichtbare Qualitätsarbeit beeindrucken ihn. Beim Anblick seines zukünftigen Heims kann er den Einzug kaum erwarten. Er freut sich auf das zukünftige Familienleben auf dem Land und darauf, vor der grossen Fensterfront zu stehen mit Blick auf Bergkette, Wiese und Bäume. Der restlichen Bauherrschaft geht es ebenso: die beiden Familien besuchen die Baustelle jedes Wochenende, voller Vorfreude auf die zukünftige Nachbarschaft im Traumhaus.

Er beschreibt die Bauzeit als Wechselbad der Gefühle: Alles begann mit einer grünen Wiese, die er als «ä rächte Bitz Land» betrachtete. Der Aushub erschien ihm riesig, die darauf eingebrachte Bodenplatte schien wiederum klein. Als die Wände standen und man den Raum betreten konnte, erschien die Fläche wiederum sehr geräumig. Als Architekt erlebe man dieses Wachstum regelmässig, als Bauherr sei die Wahrnehmung dieser Entwicklung jedoch viel intensiver.

In den nächsten Wochen wird die Hülle dicht gemacht. Die Fenster werden angeschlagen und die Dacheindeckung erstellt. Im Innern werden die Rohbauinstallationen vorangetrieben und die Innenwände fertiggestellt. Danach kann der Unterlagsboden eingebracht werden.

Wir freuen uns bereits auf unseren nächsten Baustellenbesuch.

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Reto Eggimann

Leiter Firmenkunden

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